Der globale Living Planet Index

Mit dem Living Planet Index (LPI) wird der Zustand der biologischen Vielfalt erfasst. Dazu wurden Populationsdaten von verschiedenen Wirbeltierarten gesammelt und die durchschnittlichen Bestandsveränderungen innerhalb bestimmter Zeiträume ermittelt. Ähnlich einem globalen Börsenindex, der die Weltwirtschaft abbildet und in einen Vergleich setzt, ist der LPI ein wichtiger Gradmesser für den ökologischen Zustand der Erde. Der globale LPI basiert auf wissenschaftlichen Daten zu 14’152 untersuchten Populationen von Wirbeltierarten auf der ganzen Erde: Säugetiere, Vögel, Fische, Amphibien und Reptilien.

Weltkarte
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Für den Living Planet Report wurden 14152 Population zwischen 1970 und 2012 überwacht.

Das erneute Massensterben

Seit Jahrzehnten warnen Wissenschaftler vor einem erneuten Massensterben auf der Erde. Leider stützen auch die Ergebnisse des aktuellen Living Planet Reports diese Annahme. Die untersuchten Wildtierbestände sind seit 1970 um durchschnittlich 58% zurückgegangen und werden bis zum Jahr 2020 voraussichtlich um sogar durchschnittlich 67% schrumpfen.

Für den Zeitraum von 1970 bis 2012 ermittelt der globale LPI einen Rückgang der Populationsgrössen bei den Wirbeltierarten von 58%. Die Bestände von Wirbeltierarten haben sich innerhalb von etwa 40 Jahren im Durchschnitt mehr als halbiert. Die Daten zeigen eine durchschnittliche Abnahme um 2% im Jahr. Derzeit gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich dieser Rückgang verlangsamen wird.

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Die Wildtierbestände sind seit 1970 um durchschnittlich 58% zurückgegangen.

Süsswasserarten besonders bedroht

An Land lebenden Arten

An Land lebenden Arten

Der Living Planet Index (LPI) für die an Land lebenden Arten zeigt, dass sich die Populationen zwischen 1970 und 2012 um insgesamt 38% verkleinert haben.

In Süsswasser lebenden Arten

In Süsswasser lebenden Arten

Der LPI für die in Süßwasser lebenden Arten zeigt einen durchschnittlichen Rückgang der Populationen um 81% zwischen 1970 und 2012.

In Meeren lebenden Arten

In Meeren lebenden Arten

Der LPI für die in Meeren lebenden Arten hat sich zwischen 1970 und 2012 um insgesamt 36% verringert.

Die Bedrohungen


Bedrohung und Grad der Bedrohung hängen von einer Reihe von Faktoren ab: der Widerstandskraft der Spezies, dem Gebiet, wo sie lebt, und der Art der Bedrohung. Etwa die Hälfte jener Populationen (1.981 von 3.776), zu denen Informationen ihrer Bedrohung vorliegen, schrumpft. Verschlechterung und Verlust ihrer Lebensräume sind die häufigsten Bedrohungsfaktoren.

Verschlechterung und Verlust von Lebensräumen

Verschlechterung und Verlust von Lebensräumen

Damit sind graduelle Veränderungen bis hin zur Vernichtung gemeint. Zu den häufigsten Ursachen zählen nicht nachhaltige Landwirtschaft, Abholzungen, Verkehr, Expansion von Gewerbe- und Wohngebieten, Energieerzeugung und Bergbau.

Übernutzung von Arten

Übernutzung von Arten

Unterschieden wird zwischen direkten und indirekten Formen der Übernutzung. Unter direkter Übernutzung werden Wilderei und nicht nachhaltige Entnahmen z. B. durch Fischerei und Jagd verstanden. Indirekte Übernutzung liegt dann vor, wenn Arten getötet werden, obwohl deren Tötung eigentlich nicht beabsichtigt ist, so wie beim Beifang in der Fischerei.

Umweltverschmutzung

Umweltverschmutzung

Umweltverschmutzung bedroht das Überleben von Arten ganz unmittelbar, wenn deren Lebensräume davon betroffen sind (z. B. bei einer Ölpest). Darüber hinaus kann Umweltverschmutzung die Verfügbarkeit von Nahrung oder die Reproduktionsfähigkeit beeinträchtigen.

Invasive Arten und Krankheiten

Invasive Arten und Krankheiten

Invasive Arten, also solche Arten, die sich dort ausbreiten, wo sie eigentlich nicht heimisch sind, konkurrieren mit heimischen Arten
um Lebensraum, Nahrung und andere Ressourcen. Durch Transporte bringt der Mensch zudem Krankheitserreger in neue Gebiete.

Klimawandel

Klimawandel

Der Klimawandel zwingt einige Arten dazu, in Gebiete auszuweichen, in denen für sie geeignete Temperaturen herrschen. Mitunter sind Temperaturveränderungen auch Impulsgeber für verändertes Wanderungs- und Reproduktionsverhalten, beispielsweise bei Vögeln. Fortpflanzungssignale kommen dann gegebenenfalls zur Unzeit, wenn z. B. die nötige Nahrung für den Nachwuchs in einem bestimmten Lebensraum noch fehlt oder bereits von anderen Tieren aufgezehrt wurde.

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