Facts & Figures

1,6 ERDEN

1,6 ERDEN

Die Menschheit verbrauchte im Jahr 2012 die Ressourcen und Leistungen von 1,6 Erden.

239 MILLIONEN

239 MILLIONEN

Zwar hat sich der globale Waldverlust in den letzten 25 Jahren verlangsamt. Doch neueste Daten zeigen, dass 239 Millionen Hektar Naturwälder (brutto) seit 1990 vernichtet wurden – eine Fläche mehr als sechseinhalbmal so gross wie Deutschland.

34 PROZENT

34 PROZENT

Landwirtschaft wird etwa auf 34 % der gesamten Landfläche der Erde betrieben und auf etwa der Hälfte der Böden, auf denen Pflanzen wachsen können.

278 MILLIONEN

278 MILLIONEN

Die weltweite Produktion von Soja hat mit 278 Mio. t (2013) einen neuen Höchststand erreicht. Grund ist die wachsende Nachfrage nach Fleischprodukten. Denn Soja findet im Tierfutter Verwendung. Doch expandierender Sojaanbau führt zur Entwaldung biologisch wichtiger Lebensräume.

67 PROZENT

67 PROZENT

Die untersuchten Wildtierbestände insgesamt sind besorgniserregend geschrumpft und werden voraussichtlich bis 2020 um durchschnittlich 67% abnehmen.

–2 PROZENT

–2 PROZENT

Die untersuchten Bestände von Wirbeltierarten (Säugetiere, Vögel, Fische, Amphibien und Reptilien) haben sich innerhalb von etwa 40 Jahren im Durchschnitt mehr als halbiert. Die Daten zeigen eine durchschnittliche Abnahme um 2% im Jahr.

3 MILLIARDEN

3 MILLIARDEN

Weltweit decken mehr als 3 Milliarden Menschen 20 Prozent ihres Bedarfs an tierischem Eiweiß aus Meeresfischbeständen. Andererseits – so Schätzungen – befinden sich 31,4% der Fischbestände auf einem „biologisch nicht nachhaltigen Niveau“. Mit anderen Worten: Sie werden überfischt.

Risiken und Chancen in einem neuen Zeitalter

Die Ökosysteme der Erde haben sich über Jahrmillionen entwickelt und vielfältige Lebensgemeinschaften herausgebildet, die im Gleichgewicht mit ihrer Umwelt existieren. Die Ökosysteme versorgen uns mit lebensnotwendigen Ressourcen und befördern unser Wohlergehen. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts jedoch ist das menschliche Handeln über alle Massen expandiert. Seither besteht Gefahr für die Natur und deren Leistungen. Weil die Menschheit das Gesicht der Erde tiefgreifend verändert hat und um die Aufmerksamkeit auf die potenziellen Risiken zu lenken, die Natur und Umwelt drohen, muss nach Ansicht vieler Wissenschaftler von einem neuen geologischen Zeitalter gesprochen werden, dem sogenannten “Anthropozän“, dem „Menschen-Zeitalter“.

Im Anthropozän ändert sich das Klima rapide, die Ozeane übersäuern und ganze Ökosysteme verschwinden – und all das innerhalb der Zeit eines Menschenlebens. Mittlerweile steht die Zukunft vieler Lebewesen auf dem Spiel. Nicht nur Pflanzen und Tiere sind bedroht. Auch wir Menschen werden Opfer von Naturzerstörung. Klima- und andere Prognosemodelle lassen vermuten, dass die Erde im Anthropozän zu einem unwirtlicheren Ort wird, wenn wir nicht handeln.

Wie gelingt es uns, innerhalb der Belastungsgrenzen unserer Erde zu leben und die Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen? Unsere zentrale Rolle im Anthropozän gibt auch Anlass zu Hoffnung. Denn als treibende Kraft hinter der Entwicklung registrieren wir nicht nur die Veränderungen in der Natur und die damit verbundenen Risiken. Wir verstehen auch immer besser ihre Ursachen.

Das sind die Voraussetzungen, um Lösungen zur Wiederherstellung der Ökosysteme zu finden, von denen wir abhängen. Mit diesem Wissen kann es uns gelingen, ökologisch intakte und lebenswerte Landschaften für Tiere, Pflanzen und Menschen zu schaffen, um souverän durchs Anthropozän zu steuern.

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